Thursday, 24. july 2008 4 24 /07 /Juli /2008 17:46

Achtung: dies ist eine längere Geschichte!

 Leute, das glaubt mir jetzt keiner. Und wenn ich das selbst nicht erlebt hätte, ich hätte da auch meine Schwierigkeiten.  In der Überschrift habe ich „grün“ in Klammern geschrieben, weil es bei dieser Geschichte wirklich nicht auf die Farbe ankommt. Einfach nur auf den Anorak. Hätte auch eine Hose sein können oder ein Paar Schuhe oder sonst was. Aber weil die Geschichte nicht erfunden ist, ist es die Geschichte vom grünen Anorak.

Wenn wir mit unseren Kindern zum Gardasee fuhren haben wir im Hotel „Alpenblick“  in Kalch/ Kalice  am Jauffenpass immer Rast gemacht und übernachtet.. Sie wissen schon – wenn Sie von Sterzing übern Pass nach Meran wollen. So auf halber Höhe in einer Kehre liegt der „Alpenblick“. Die Wirtsleute sind wirklich nett. Die Tiroler Küche ist ausgezeichnet und das Frühstück ist richig Klasse. Die Zimmer haben eine sympathische Eigenheit: Sie gehen durchs Bad aufs Zimmer. Die Balkone gehen  talwärts und bieten einen schönen Ausblick. Abends kann man dort gemütlich seinen Rotwein genießen. Wegen der Temperatur kann manchmal einen Anorak  gebrauchen.

Ja, jetzt zum Anorak. Wir reisten wieder mal zurück und kamen nach Voranmeldung am Spätnachmittag im „Alpenblick“ an. Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, reisten wir dann ab. Und abends waren dann zu Hause.

Ein paar Tage später brauchte ich meinen Anorak. Nicht zu finden, trotz großer Suchaktion.
Ein Anruf im Alpenblick  bestätigte meinen Verdacht: er hing dort an der Garderobe in der Wirtstube. Die Wirtsleute wussten aber nicht, wem dieser gehört. Aber jetzt war alles klar. Man würde den Anorak aufheben, und wir könnten diesen dann im nächsten Jahr wieder mitnehmen. Ein überaus freundliches Angebot, dass ich aber unterschätzt hatte.

Im nächsten Jahr fuhren wir aber nicht nach Süden. Im übernächsten Jahr auch nicht. Danach auch nicht. Zehn Jahre später musste ich geschäftlich nach Tirol. Da dachte ich mir, es wäre doch ganz nett, mal wieder in Kalch zu übernachten und rief im „Alpenblick“ an. Ja, ein Zimmer wäre frei, nur jetzt im August würde man nicht heizen. Auf ca. 1600 m konnte da nachts schon mal etwas kühler werden. Aber es gibt dort ja richtig dicke Federbetten und ein gutes Essen. Also bucht ich für zwei Nächte.

 

Den Anorak hatte ich zwar nicht vergessen, aber um die Wirtsleute nicht in Verlegenheit zu bringen, habe ich natürlich nicht nachgefragt. Während ich nun mein Schnitzel mit Beilage und einen hiesigen Roten genoss, hörte ich das Wirtsehepaar  miteinander flüsterten: „das ist doch der mit dem Anorak.“ „ Ja“, mischte ich mich ein, „derselbe bin ich, Gell, Sie haben ihn noch?“ „Ja freilich, den haben wir weggehängt“  „Das hätte ich ja nicht erwartet.“ Darauf holtedie Wirtin den Anorak. Wie neu, war der noch sage ich Ihnen- wie 10 Jahre nicht getragen. Hatte ihn doch kaum getragen. Das Grün war auch wieder in. Also nahm ich, mich herzlich bedankend, den Anorak entgegen.

Vielleicht ein Jahr später gehe ich zu meinem Hausarzt. Ziehe den grünen Anorak an und häng ihn an die Gardarobe beim Arzt. Als ich dann beim Arzt fertig war, wollte ich meinen Anorak wieder anziehen. Er war nicht am Platz. Er hing auch nicht an anderer Stelle. Wahrscheinlich hat ihn jemand aus Versehen mitgenommen. Oder geklaut. Ist das nicht schrecklich?

Bis jetzt habe ich gehofft, dass das gute Stück sich wieder einfindet. Aber nix da. Nun habe ich mir einen neuen gekauft. Aber nicht in grün.

Falls Sie mal jemand mit einem solchen Anorak treffen, dann fragen Sie doch mal nach. Allerdings so richtig grün war der auch  nicht. Ging auch ein wenig ins blaue. Türkis wäre richtiger. Also, bitte genau hinschauen. Vorne hat er übrigens einen Reißverschluss.

Eine Bitte an alle, die auf fremde Anoraks angewiesen sind: Schaut genau hin, ob es nicht ein Anorak mit einer Geschichte ist. Dann bitte nicht mitnehmen!   

delo

von actuar - veröffentlicht in: Reiseerlebnisse
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Tuesday, 22. july 2008 2 22 /07 /Juli /2008 14:26

Wir waren gerade eine Woche zurück aus Finnland. Da bekomme ich eine E-mail von einer Station im Grenzort Vaalima. Das ist an der russischen Grenze östlich von Kotka.

In dieser E-mail wurde ich darüber informiert, dass mein schwarzes Kalendertagebuch dort abgegeben worden sei. Was denn jetzt damit zu geschehen habe. Nun,  ich schickte 10 € für  Porto. Einige Tage später hatte ich mein Tagebuch wieder. Porto: 10,50 €. Also 50 Cent mehr.

Nun waren wir aber nicht in Vaalima. Wir hatten nur in Kotka die Schwester meiner Frau besucht. Was könnte also passiert sein? Vielleicht war es so:

Kurz vor Kotka fuhren wir auf einen Rastplatz, um auf dem Orientierungs- plan die Adresse zu finden. Dann nahm ich mein schwarzes  Kalender-Tagebuch, um meiner Frau die Telefon nummer ihrer Schwester zu geben. Nun sollte ich hier noch einflechten, dass es in Finnland von russischen Touristen nur so wimmelt. Viele Beschilderungen sind in Südfinnland schon zweisprachig in Russisch und Finnisch.

Aber zurück zum schwarzen Kalender. Höchstwahrscheinlich habe ich diesen auf das Autodach gelegt und dann entweder noch auf dem Parkplatz oder später verloren. Irgendein freundlicher russischer Tourist muss diesen dann an dieser Station am Grenzübergang abgegeben haben.

Eine Bitte hätte ich jetzt: Falls Sie demnächst in diese Gegend kommen, dann bitte ich Sie dort für mich die 50 Cent zu bezahlen und vielleicht eine Schachtel Pralinen als Dankeschön in meinem Namen abzugeben. Selbstverständlich erstatte ich Ihnen die Kosten.

delo

 

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Tuesday, 22. july 2008 2 22 /07 /Juli /2008 14:16
 

Machen Sie es nicht so wie ich. Denken Sie nichts Falsches. Intimo ist ein Laden in einem kleinen Einkaufszentrum in einem Ort in der Nähe vom Lago caldaro – dem „warmen See“ – auch als Kalterer See bekannt. Bei den Italienern ist manches umgekehrt. Jeder gebildete Mensch würde doch denken „caldaro“ bedeute kalt. Aber nein, d.h. „warm“. Genau wie bei „Andrea“. Andrea ist ein Junge im Italienischen. Bei uns ist das ein Mädchen. Erst wenn wir ein „s“ dranhängen wird daraus ein Junge. Wenn das immer so einfach wäre. In Dänemark ist „Sascha“ auch ein Mädchenname. Bei uns ist das ja ein Name für Jungen. Auch ohne „s“ am Ende.

Kurzum: in diesem EKZ an der Strada de Vino befinden sich ein Supermarkt, ein Bekleidungsmarkt, ein Schuhmarkt und eine Spielwarenhandlung. Letztere war ein neuer Kunde von mir. Deshalb musste ich hin. Als ich also das erste mal dort ankam, staunte ich, dass sich in diesem Markt, der hauptsächlich von Touristenfamilien aufgesucht wurde, sich im ersten Stock ein „Intimo“ befand.

Nun ich machte meinen Besuch bei Frau Helga.  Ja, die Frauen werden hier mit dem Vornamen angesprochen.

Als ich weg ging, sah ich die Werbung vom Intimo. Es handelte sich um einen Laden der ganz schlicht und ergreifend Unteräsche verkaufte. So was brauchen wir doch auch!

delo

von actuar - veröffentlicht in: Reiseerlebnisse
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Wednesday, 16. july 2008 3 16 /07 /Juli /2008 13:50

Hierbei handelt es sich um ein alkoholfreies Nationalgetränk aus Finnland. Meine Frau hat dieses mitgebracht. Unsere Kinder hatten sich immer sehr gefreut. Es ist eine richtiges Familiengetränk.

Hier ist das Rezept für 10 L. Wenn Sie weniger machen wollen, dann passen Sie die Zutaten einfach an.  Zum Abfüllen werden eine entsprechende Anzahl Flaschen mit Bügelverschluss benötigt.

Erstens braucht man einen Eimer voll mit warmen Wasser. Gutes Wasser. Die  Wasserqualität ist sehr entscheidend für den Geschmack. Vielleicht Brunnenwasser – auch aus dem Supermarkt, aber ganz ohne Kohlensäure.

Parallel dazu ein wenig  Hefe ( so zwei Erbsen) in einer Tasse mit warmen Wasser und einem TL Zucker rühren und etwas stehen  lassen.

Dann 1 kg braunen Zucker (gibt eine schöne Färbung) in den gefüllten  Eimer einrühren. Die Scheiben einer ungespritzten Zitrone sowie den Saft einer Zitrone hinein geben. Zum Schluss die Tasse mit der aufgelösten Hefe hinein schütten. Alles gut verrühren.

Dann den Eimer mit einem Tuch abdecken. Bei Zimmertemperatur  über Nacht stehen lassen. Bis die ersten Perlen zu hören und zu sehen sind.

Dann abseihen – die Zitronenstückchen sollen raus. Danach in die Flaschen füllen. Nicht bis obenhin. Zum Schluss in jede Flasche einige Rosinen geben. Die Flaschen bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage stehen lassen.

Wenn die Rosinen auf und ab steigen, ist SIMA fertig. Jetzt sofort kalt stellen im Kühlschrank. Dann alsbald genießen.

Antakaa maistua  – lassen Sie es sich schmecken.

Vorsicht: wenn die Flaschen zu lange im Warmen stehen, könnten die Flaschenhälse abreißen.

 delo

 

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Tuesday, 15. july 2008 2 15 /07 /Juli /2008 16:06

 

Ich musste nach Bern. Übernachten wollte ich aber am Abend vorher etwas außerhalb. Ist ja alles so teuer in der Schweiz. Dabei fand ich in einem Verzeichnis das Hotel „Löwen“ in Kerzers – halbwegs schon in der französischen Schweiz.

Beim Anruf zwecks Reservierung sagte mir der Wirt, dass er am Tag meiner Anreise und am Tag meiner Abreise Ruhetag habe. Er könne mich also nicht empfangen und Frühstück gäbe es deshalb auch nicht. Aber ich wollte da gerne übernachten. Was tun also?

Ich schlug ihm folgendes vor: Er sagt mir, wo ich den Schlüssel finde. Dann solle er mir eine Quittung für den Übernachtungspreis schreiben und auf den Tisch im Zimmer legen. Und ich würde den Übernachtungspreis in Franken abgezählt auf den selbigen Tisch legen.

Stellen Sie sich vor: Damit war er einverstanden! Soviel Vertrauen auf über 1200 km Entfernung!

Ich habe ihn allerdings doch noch kennen gelernt, da er bei meiner Ankunft gerade dabei war, den Weinkeller auszuputzen. Trotzdem, mit der Bezahlung solle es so geschehen, wie vereinbart.

Und das haben wir dann noch öfters so gemacht. Gefrühstückt habe ich dann immer in Bern  In einem Café auf dem Marktplatz. Da gab es prima Kaffe und Hörnchen. Kann ich nur empfehlen.

delo

 

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Tuesday, 15. july 2008 2 15 /07 /Juli /2008 15:27


Ich sage es gleich: Niemals vorwärts vor einer Litfaßsäule parken.. Oder vor einer Wand. Weil -  die könnten im Wege stehen, und sind  nicht  verschieblich. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche. Natürlich wusste ich, dass man so ohne weiteres eine Litfaßsäule nicht verschieben kann. Besonders nicht mit einem PKW. Aber dran gedacht habe ich nicht gedacht, als es darauf ankam. 

Aber gut, so schlimm war das auch wieder nicht. Mit Unterstützung eines freundlichen Mitmenschen, haben wir den Citroen Kombi dann rückwärts weggeschoben. Dann bin ich vorwärts nach Frankfurt rein in die Citroen Werkstatt gefahren. Die haben dann am nächsten Tag den Rückwärtsgang repariert. Für 2.000 DM. Da wusste ich, wofür ich diese Woche gearbeitet haben würde.

Fazit: vorwärts einparken kann unbequem werden – wenn der Rückwärtsgang ausfällt. Besser ist, man parkt rückwärts ein.

Vorwärts geht es doch immer!  Oder?

delo

 

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Tuesday, 15. july 2008 2 15 /07 /Juli /2008 14:18

 

Von Stockholm sollte abends unsere Fähre nach Turku/ Finnland gehen. Nun wir hatten uns bei der Anreise Zeit gelassen und gedacht, wenn wir zwei Stunden vor dem Einchecken in Stockholm ankämen. Ich hatte mir auch vom ADAC die Routenplanung zum Finnlandhafen in Stockholm geholt. Was sollte denn passieren? 

Und dann passierte es doch. Wir verpassten die richtige Abfahrt von der Stadtautobahn. Das hat uns erstmal eine ganze Stunde gekostet. Die Zeit wurde knapp. Dann kaufte ich mir an einer Tankstelle einen Stadtplan von Stockholm, weil ich jetzt doch nicht mehr sicher war. Und dann kam mir die Eingebung, die unsere Reise rettete. 

Ein Taxifahrer betankte gerade sein Taxi. Ich bat ihn (es war kein Schwede, er verstand trotzdem mein Englisch) – uns zu diesem bestimmten Hafen zu lotsen. Klugerweise fragte er mich, mit welcher Fähre wir denn reisen würden. „Silja Line“ sagte ich. Es fährt ja auch noch die „Viking Line“ 

Während er also uns zu dem von uns beschriebenen Hafen lotste, telefonierte er mit seinem Kollegen. Dabei erfuhr er, dass die Silja-Schiffe nicht da abfuhren, wo wir hin wollten. Bei einem kurzen Stopp informierte er uns über diese Erkenntnis, dass wir ganz wo anders hin müssten. Um den Hafen herum. Als ich aus dem Auto schaute, sah ich Viking vor Anker am Kai. Aber das war nicht unser Schiff. Nach ca. 20 Minuten waren wir dann auch am Ziel- im richtigen Hafen. 

Und dann habe ich den Taxi Fahrer gefragt, was er denn jetzt von mir bekäme. Da zuckte er die Schulter. Er hatte den Taxameter nicht eingestellt. Natürlich habe ich ihm einen Schein gegeben. In Euro. Die Schweden haben noch Ihre Kronen.

Das passiert uns nie wieder. Nächstes Mal fliegen wir.

Übrigens: die Nacht haben wir dann in einer Kabine unter der Disco verbracht.

delo

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